Irland Roadtrip Planung und Organisation

Heute gibt’s nochmal Tipps für die Planung und Organisation für einen Irland Roadtrip für euch.

Irland Roadtrip Planung und Organisation: Hinkommen, Mietwagen, Unterwegs, Übernachten und Kosten

connemara national park diamont hill walkkopie

Puh, dieser Beitrag ist ganz schön lang geworden! Ich habe versucht alle Fragen die per Mail oder Kommentar eingetrudelt sind zu beantworten. Daraus sind vier Teile entstanden: Alles was wir vor dem Abflug erledigt haben, unsere Streckenplanung und auf was man unterwegs achten sollte, Tipps für Übernachtungen und ein Teil zu den Kosten. Falls eure Frage jetzt noch nicht beantwortet ist, dann schreibt mir doch nochmal!

Vor dem Abflug

kylemore abbey

Wie lange soll ich bleiben?

Wir waren insgesamt 10 Tage in Irland. Sicher kann man auch in einer Woche viel sehen, ich wäre jedoch an fast jedem Ort gerne noch einen Tag länger geblieben. Wir haben uns die Südhälfte der Insel ausgesucht und dafür waren die 10 Tage eine gute Reisezeit. Für ganz Irland würde ich mir auf jeden Fall mehr Zeit nehmen, damit man nicht nur im Auto sitzt.

Flug nach Dublin

Da viele der typischen Billigflieger auch nach Dublin fliegen, sollte sich mit ein bisschen suchen ein günstiger Flug ergattern lassen. Leider muss man oft Extrakosten (für Koffer, Sitzplätze und Co.) einplanen. Wir konnten dadurch dass wir nur mit Handgepäck und einem Gepäckstück geflogen sind ordentlich sparen, auf dem Rückweg hätte ich aber gerne etwas mehr Platz für Mitbringsel gehabt.

Mietwagen buchen

Unseren Mietwagen haben wir vor der Abreise online gebucht, das ist auf jeden Fall billiger als am Flughafen. Wir haben nicht die kleinste Wagengröße gewählt, sondern eine etwas höhere Wagenklasse, sodass unser Gepäck komplett und bequem (und nicht sichtbar) im Kofferraum verstaut werden konnte. So konnten wir ohne quetschen im Kofferraum auch mal umsortieren und es lag nichts auf der Rückbank rum, was Gelegenheitsdiebe anziehen könnte. Da wir das Auto oft an typischen Touri Plätzen stehen gelassen haben und ich im Urlaub schon mal eine dumme Koffer-Weg-Erfahrung hatte, war mir das lieber so.  Gebucht haben wir über das Portal Billiger Mietwagen und damit waren wir auch sehr zufrieden: Man konnte Preise gut vergleichen, die Versicherung und Zweitfahrer gleich mitbuchen und am Flughafen lief alles reibungslos ohne Extrakosten. Denkt beim Buchen daran dass ihr mit der Kreditkarte des Fahrers des Wagens buchen müsst und das für Nord Irland gesonderte Bestimmungen gelten könnten.

cliffs of moher irland roadtrip

Reisezeit

Wir sind Ende April, Anfang Mai in Irland gewesen. Das liegt vor der Hauptsaison und das haben wir vor allem an den Sehenswürdigkeiten gemerkt. Auch wenn es an einigen Orten schon ordentlich voll war, zeigten die riesigen Parkplätze das im Sommer bestimmt noch einiges mehr los ist. Wir fanden es so sehr entspannt ohne volle Straßen und lange Wartezeiten, auch wenn wir dafür jeden zweiten Tag Regen in Kauf nehmen mussten.

Bank Holidays? Vorher buchen?

Checkt vor eurem Abflug eben ob zur Reisezeit auch Ferien in Irland sind. Bei uns lag ein Feiertag mitten in unser Reisezeit und Hotels und B&Bs waren zu der Zeit schon ziemlich ausgebucht, sodass wir für diese Tage direkt vorgebucht haben (z.B. über bandbireland.com). Das war eine gute Entscheidung, in Killarney war zur gleichen Zeit auch noch eine Rallye, sodass wir  dort nur mit Mühe noch eine Unterkunft gefunden hätten. Generell kann man B&Bs auch bei Ankunft noch buchen, wenn ihr eure Route sehr spontan festlegen wollt, je nach Reisezeit würde ich aber empfehlen vorher zu buchen.

On the Road – Unterwegs in Irland

Roadtrip Navigation in Irland

Tipps zur (Offline) Navigation in Irland

Zur Navigation haben wir uns eine Irland Karte im Maßstab 1:300000 mitgebracht und in unserem Mietwagen lag ebenfalls eine Karte, die wir viel genutzt haben. Dazu haben wir uns die NavFree App aufs Handy geladen. Damit habt ihr ein Offline Navigationsgerät immer dabei. Ladet die Irland Karten am besten schon in Deutschland mit WLAN herunter. Gerade in Städten sind wir mit unseren Karten nicht viel weiter gekommen und hat uns die Offline Navigation sehr geholfen. Man sollte sich allerdings nicht zu sehr darauf verlassen, gerade an Regentagen hatten wir oft Probleme mit dem GPS und konnte unsere Position nicht bestimmt werden. Alle Sehenswürdigkeiten sind gut ausgeschildert, sobald ihr ein Schild entdeckt, solltet lieber den Schildern als dem Navi folgen, das haben wir gleich am ersten Tag bei einer kleinen Irrfahrt gelernt.

Tipps für die Streckenplanung

Wir haben meist am Vorabend unsere Route mit Reiseführer und den Karten festgelegt, und konkrete Ziele dann über die App gesucht. Ganz praktisch ist auch, dass die App die ungefähre Fahrtzeit angibt, so kann man besser planen was an einem Tag machbar ist. Ganz praktisch bei der Planung fanden wir auch die Flyer von den Busreisen die überall in B&Bs ausliegen. Darauf werden Sehenswürdigkeiten und Reisestrecken angegeben, so kann man nochmal schauen was in der Nähe liegt und wie man es gut erreichen kann. In allen B&Bs gab es auch WLAN sodass man ohne Probleme nochmal schnell etwas nachgucken konnte. Die Öffnungszeiten der Sehenswürdigkeiten lagen bei unser Reisezeit meistens zwischen 10 und 17 Uhr, teilweise liegt der letzte Einlass dann noch früher, sodass man nicht zu viel an den Abend legen sollte.

Abstände und Straßentypen

Mal eben 30 Kilometer fahren kann in Irland auch mal eine Stunde dauern. Plant bei euren Tagesstrecken immer ordentlich Pufferzeit pro Strecke ein, nicht nur weil ihr ja eh für Sehenswürdigkeiten und Pausen stoppen wollt, sondern weil man je nach Straßentyp unterschiedlich schnell vorankommt. Generell würde ich schätzen, dass man mit ca. doppelt so langer Fahrtzeit wie in Deutschland rechnen kann. Es gibt drei Straßentypen: M = Autobahn, darauf kommt man sehr gut voran, die Höchstgeschwindigkeit ist jedoch 120 km/h. N= National Roads, diese sind meist ganz gut zu befahren, die Straßenverhältnisse sind jedoch sehr unterschiedlich, manchmal sehr gut ausgebaut wie eine B in Deutschland, manchmal nicht. R = Regional Roads (und L=  Local), sind sehr unterschiedlich ausgebaut, aber generell kann man sich auf lange Fahrtzeiten einstellen. Entlang der R Straßen hat man die schönste Aussicht und sieht am meisten von Irland, wenn ihr jedoch schnell von einem Ort zum anderen kommen wollt, dann nehmt am besten die Autobahn.

poulnaborne dolmen burren

Wo muss man Maut zahlen?

Wenn ihr die Autobahnen in Irland nutzen wollt, müsst ihr Mautgebüren einplanen. Wir haben während des Trips insgesamt aber höchstens 10 Euro gezahlt, es sind also meist kleine Beträge, die man bar oder mit Kreditkarte direkt auf der Straße zahlen kann. Eine Ausnahme bildet die M50 Ringstraße um Dublin, die wir dank der Lage unseres Hotels aber meiden konnten. Erkundigt euch beim Mietwagenverleih, wie ihr diese Strecke zahlen könnt wenn ihr sie nutzen möchtet.

Mit welchen Spritkosten muss ich rechnen?

Wir sind ca. 1500 km gefahren und hatten die voll abholen, voll abgeben Reglung bei unserem Mietwagen. Wir haben (mit einem Diesel) ca. 100 Euro an Spritkosten gezahlt.

Musik und Technik

Wir haben ein Ladegerät für den Zigarettenanzünder im Auto und ein Klinkensteckerkabel mitgehabt. Unser Auto hatte zusätzlich einen USB Anschluss. Das Ladegerät war besonders praktisch weil wir unser Handy zur Navigation und auch für die Musik sehr viel genutzt haben. Wir haben uns Zuhause schon offline Playlisten auf Spotify erstellt, sodass wir genug Roadtrip Musik dabei hatten, die wir dann über das System im Auto hören konnten.

Dingle Fischerdorf

Übernachten

Bis auf drei Nächte haben wir alle Nächte in B&Bs verbracht und das würde ich für einen Irland Roadtrip auch empfehlen. Neben guten Tipps von den B&B Besitzern lohnt sich das auch im Preis/Leistungsverhältnis. Die Übernachtungskosten sind zwar vergleichbar mit einem günstigen Hotel (ca. 60-70 Euro für ein Zweipersonenzimmer), im B&B ist das Frühstück und der Parkplatz dann aber inklusive. Einen Reiseadapter gab’s übrigens nicht überall, den würde ich auf jeden Fall einpacken.

Die erste und die letzte Nacht in Dublin haben wir aber im Hotel verbracht und zwar im Skylon. Das haben wir vor allem wegen der günstigen Lage zwischen Flughafen und Stadt ausgewählt. Wir sind am letzten Morgen nur ca. 10 Minuten zum Mietwagenverleih am Flughafen gefahren ohne eine der verstopften Ringstraßen nutzen zu müssen. Bei der Ankunft fanden wir es auch sehr entspannt dass wir im für uns neuen Linksverkehr erst mal nur ein kleines Stück fahren mussten. Die B&Bs in denen wir übernachtet haben, findet ihr in den Stücken zum jeweiligen Reiseabschnitt.

Aussicht von Ross Castle

Kosten unterwegs

Viele von euch haben nach den Kosten für einen Roadtrip gefragt. Neben den Fixkosten für Flug, Übernachtungen und Mietwagen (ca. 200 Euro inklusive Versicherungen und Zweitfahrer, plus Sprit) kommen noch Eintrittsgelder und Kosten für Lebensmittel und Co. auf euch zu. Dafür kann ich eigentlich keinen Fixpreis nennen, weil es sehr davon abhängt was ihr unternehmt. Generell kann man sagen, dass Lebensmittel und Alkohol in Irland (gefühlt) etwas teurer sind als in Deutschland. Wenn ihr im B&B übernachtet ist ein meist großes Frühstück schon mal inklusive. Unterwegs haben wir uns viel selbst versorgt und Getränke, Obst und Snacks im Supermarkt eingekauft. Wenn ihr abends essen gehen wollt, würde ich mindestens 40 Euro für 2 Personen einrechnen, aber die Preise schwanken natürlich stark je nach Restaurant. Snackbuden und Pubfood sind günstiger und viele Restaurants bieten vor 19 Uhr Earlybird Menus an.

Bei den Eintrittsgeldern haben wir durch die Heritagecard viel gespart, damit könnt ihr viele Burgen und Co. umsonst besichtigen. Sie kostet 21 Euro (8 für Studenten!) und gilt ein Jahr. Mit der Karte muss man dann auch nicht mehr lange überlegen ob der Eintritt zur tausendsten Burg auf der Strecke sich noch lohnt, sondern kann einfach mal kurz reinschnuppern. Als Student unbedingt den Studentenausweis mitnehmen, wie bei der Heritagecard ist der Rabatt teilweise enorm. Ansonsten sind die Eintrittgelder relativ hoch, mit ca. 10 Euro muss man meist rechnen.

Unsere Reisestrecke im Überblick

Bunte Türen in Irland, Cork

Zum Abschluss nochmal unsere Reisestrecke im Überblick, ein Klick auf die jeweiligen Abschnitt bringt euch zu dem Post darüber.

Tag 1 Flug nach Dublin – Tag 2 Von Dublin nach Galway

Tag 3 Connemara (2te Übernachtung in Galway)

Tag 4 Von Galway über Cliffs of Moher nach Limerick

Tag 5 Von Limerick über die Dingle Peninsula nach Killarney

Tag 6 Killarney National Park (2te Übernachtung in Killarney)

Tag 7 Von Killarney über Cobh nach Cork

Tag 8 Von Cork über Rock of Cashel nach Kilkenny

Tag 9 Von Killkenny nach Dublin

Wenn ihr noch weitere Fragen habt stellt sie gerne in den Kommentaren!

Jutta

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Jutta

Geschrieben von Jutta Handrup . Jutta – liebt Cheesecake, Schokolade und Blaumänner, ist aus Holland zurück nach Münster gezogen, vermisst jetzt Vla und zure drops, an der Heißklebepistole schneller als Lucky Luke. freut sich über Mails: jutta@kreativfieber.de Auf Instagram: @jutta_kreativfieber

Kommentare (14) Schreibe einen Kommentar

  1. Schöner Beitrag! Sollte sich in der nächsten Zeit für mich ein Roadtrip in Irland ergeben, was leider sehr unwahrscheinlich ist, werde ich ihn auf jeden Fall beherzigen.
    Habe gerade auch noch die anderen Blogposts über den Roadtrip angeschaut und mich spontan in die Cliffs of Moher verliebt! Die muss ich mir wirklich unbedingt mal ansehen!

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  2. Danke für den tollen Beitrag ! Ich und meine Schwester wollen auch einen roadtrip in Irland machen und uns haben eure Tipps echt weiter geholfen. Johannah

    Antworten

  3. Ich l i e b e Irland und mein Freund und ich träumen davon, irgendwann mal dorthin zu reisen. Deinen Beitrag habe ich gerade durch Zufall entdeckt und habe mich so gefreut, die schönen Bilder anzusehen. Danke für den kleinen (Gedanken-)Ausflug!

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    • Hallo Lisa, dann drück ich mal fest die Daumen dass es mit der Reise auch klappt! Ich reise immer noch gerne in Gedanken zurück 🙂

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  4. Hallo,
    danke für diese informative Reiseseite. Leider kann ich auf der Irlandseite die Berichte von Tag 8 und 9 nicht öffnen. Könnten Sie mir diese Berichte evtl. mailen. Vielen Dank im Voraus mit herzlichen Grüßen aus
    Greven

    Thomas Plagemann

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  5. Toller Bericht!!! Da ich nächstes Jahr nach Irland möchte, konnte ich mir einige Tipps notieren und freue mich noch viel mehr auf nächstes Jahr.

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  6. Hi! Mich würde interessieren wieviel Volumen in Liter der Koffer hatte den ihr mitgenommen habt. Wir haben auch 10 Tage in Irland geplant und wollen mit 1 Reisekoffer und Handgepäck auskommen. Lg

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    • Hallo Kerstin, leider weiß ich das gar nicht ganz genau. Es war einfach ein kleiner Reisekoffer und er hat voll auf jeden Fall unter 20kg gewogen. Wir sind mit den Sachen locker hingekommen! Liebe Grüße!

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  7. Danke für deine Antwort! Das ist zumindest eine grobe Orientierung womit wir arbeiten können:)

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  8. Hallo Jutta,

    Dein Beitrag war Inspiration für unsere eigene Reise und wir sind, wenn auch zeitlich etwas länger, ungefähr die gleiche Route abgefahren. Leider war dein B&B in Killkenny nicht frei, aber auch hier haben wir freundliche Vermieter gefunden. Alles in allem war es eine sehr schöne Reise und besonders möchte ich hier die Freundlichkeit der Leute die uns begegnet sind und mit denen wir gesprochen haben hervorheben. Bei der nächsten Reise werden wir uns dann mal dem Norden widmen und auch einen Abstecher nach Nordirland unternehmen. Also an dieser Stelle nochmal vielen Dank für deinen sehr gelungenen Roadtrip. Mit freundlichen Grüßen Uwe

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    • Hallo Uwe, vielen Dank für deinen Kommentar! Schön, dass ihr eine tolle Reise hattet 🙂 Der Norden steht auch immer noch auf meiner Wunschliste!!

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